Cornelius August Wilkens: Jenny Lind


Dies ist die Biographie einer prominenten Schwedin: Jenny Lind (1820 - 1878). Sie avancierte aus `einfachen Verhältnissen` ins Bühnenfach einer Sopranistin. Sie bereiste die Welt als Popstar und hatte prominente Verehrer: u.a. Mendelssohn-Bartholdy, Schumann, Berlioz, Chopin. Und sie war für den "Doktor der Theologie und Philosophie in Kalksburg bei Wien", Cornelius August Wilkens, ein Anlaß, seinen Lesern das Exempel eines gelungenen Lebens zu schildern: "Jenny Lind hat harmonisch verwirklicht, was allgemein als fast unvereinbar gilt. Eine ebenso entschiedene wie lebendige und demütige Christin im Wort des Bekenntnisses, im Wandel der Heiligung, in Werken der Barmherzigkeit war sie zugleich eine Gesanges- und Bühnengröße ohnegleichen." (S.12) Der Titel seiner Lebensgeschichte irritiert. Hier meldet sich aus der österreichischen Diaspora ein Berufsprotestant, der seine Geschichte von einem gelungenen Leben mit einer Heiligen in Verbindung bringt: die Märtyrerin und daher Heilige Cäcilia ist die Patronin der Kirchenmusik. Zu dieser Verbindung gehört eine Geschichte. 1859 hatten sich Hallesche Bürger ein Händel-Denkmal gewünscht, das genehmigt und drittelfinanziert war: die Bürger spendeten, das englische Königshaus schoß zu, Künstler verzichteten auf Honorare. Unter ihnen: die Sopranistin Jenny Goldschmidt-Lind. Der Bildhauer Hermann Heidel `verewigte` sie: in einem Relief auf einer Fläche des dreiseitigen Notenpults als orgelspielende Cäcilia. All dies spielt in Wilkens Buch keine Rolle: hier geht es im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts darum, die Wucht pastoraler Lebenslehren durch das Beispiel lebendiger Erfolgsgeschichten unwiderstehlich zu machen.


Wilkens, Cornelius August: Jenny Lind. Ein Cäcilienbild aus der evangelischen Kirche. 3. verm.  Aufl. Gütersloh, Bertelsmann, 1898. 160 S.  8° , Halbleder


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