Reiseliteratur




Bereits im dritten vorchristlichen Jahrtausend wurde in Babylon gereist: der 'Zwei-Drittel-Gott' Gilgamesch von Uruk absolvierte auf seiner Suche nach der Unsterblichkeit einen langen Irrweg, bevor er im 'Land der Seligen' sein menschliches Drittel als Grund unweigerlicher Mortalitas und als
Gebot zu verdienstvollem Leben entdeckte. Auch am Anfang der europäischen Literaturgeschichte stand ein Reisebericht: die 'Odyssee' Homers. Damit war ein Genre erfunden, das bis heute ein Tableau für die Literarisierung von Persönlichkeitsbildungen bietet: der Autor nutzt die Schilderung einer fingierten Reise, um seinem Protagonisten einen exemplarischen Weg zur Selbstbehauptung zu arrangieren. So begann auch die Geschichte der deutschen Literatur im 12. Jahrhundert mit Reisenden und deren 'Abenteuern': unter ihnen Willehalm, Parzival, Tristan, Erec, Iwein. Später: u. a. Eulenspiegel, Faust, Don Quichotte, Simplizissimus. Im 18. Jahrhundert wurde dann Reisen zur 'aufklärenden' Bildungsveranstaltung: u. a. Eberhard Julius, Anton Reiser, Wilhelm Meister, der Müllersohn Taugenichts. Der lebenslange Stubenhocker Immanuel Kant stellte programmatisch fest: „Das Reisen bildet sehr; es entwöhnt von allen Vorurteilen des Volkes, des Glaubens, der Familie, der Erziehung. Es gibt den humanen duldsamen Sinn, den allgemeinen Charakter“. Nach Jahrhunderten der Kriegs- und Kreuzzüge, Entdeckungen und Eroberungen, Pilger- und Geschäftsreisen, fahrender Schüler und kurender Adeliger und Patrizier begann im 17. Jahrhundert die Zeit der Bildungsfahrten: als Berufsvorbereitung wurden der adelige und großbürgerliche Nachwuchs auf die „herkömmliche Kreisfahrt durch das gesittete Europa“ geschickt (Goethe). Gleichzeitig hatte die kopernikanische Wende der europäischen Weltanschauung seit dem 16. Jahrhundert für einen neuen Aufbruch gesorgt: zu Forschungs- und Studienreisen. Es wurde beschrieben, vermessen und kartiert, protokolliert, dokumentiert und archiviert. Und es wurde hinterfragt und gehofft: auf eine andere Welt, die es andernorts bereits gab. 1516 ließ Thomas Morus einen welterfahrenen Seemann von seinen Reiseerlebnissen auf der 'neuen Insel Utopia' berichten, 1602 erfand Tommaso Campanella einen genuesischen Schiffkommandanten, der von seinen Erfahrungen in einer 'citta del sol' erzählte. 1627 überraschte Francis Bacon mit Berichten vonder Südseeinsel Bensalem, auf der Platons Atlantisbewohner in einer 'nova Atlantis
' ihre Gesellschaftsideale verwirklichten.


Auswahl aus unserer Reiseliteratur

 


Gilgamesch. Eine Erzählung aus dem alten Orient

Gilgamesch.
Eine Erzählung aus dem alten Orient

 
 


Homer.
Ilias und Odyssee

 
 


Wolfram von Eschenbach.
Willehalm
 


Heinrich Heine.
Reisebilder

 



Hamilton Alexander Rosskeen Gibb.
The Travels of Ibn Battuta A. D. 1325-1354

 
 


Wolfram von Eschenbach.
Parzival

 
 


Paul Wilhelm von Württemberg.
Reise nach dem nördlichen Amerika

 
 


Shah Nasreddin.
Ein Harem in Bismarcks Reich

 



Georg Forster.
Werke in 2 Bänden

 
 


Winfried Löschburg.
Von Reiselust und Reiseleid

 
 



P. Werner Lange.
Ich war am Rande des Paradieses...

 
 


Guy de Maupassant.
Die Irrfahrten des Herrn de Maupassant

 



Mark Twain.
Rigi-Besteigung

 
 


Franz Kamberg.
Gullivers Reisen und Abenteuer im Lande der Zwerge und Riesen

 
 


Samuel White Baker.
The Albert N'Yanza,
great basin on the Nile,
and exploratioin of the Nile Sources

 
 


Moritz A. v. Thümmel.
Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich

 



William M. Mcgovern.
Als Kuli nach Lhasa

 
 


Mungo Park.
Travels in Africa

 

 

 




Wilhelm Filchner.
Quer durch Ost-Tibet

 
 


Thomas More.
Ein wahrhaft kostbares und ebenso bekömmliches wie kurzweiliges Buch über die beste Staatsverfassung und die neue Insel Utopia.

 


Im Alter von 15 Jahren erlebte Sven Hedin in Stockholm die triumphale Rückkehr des Polarforschers Adolf Erik Nordenskiöld nach dessen erstmaliger Befahrung der Nordostpassage. Der Heranwachsende beschloss, Entdeckungsreisender zu werden. Sein Biograph Wennerholm schreibt 1978 das Ergebnis: "Alles, womit Sven Hedin zu tun hatte, war kolossal: die Höhe der Berge, die Weiten der Wüsten, [...] die Zahl seiner Buchseiten, der Umfang seiner Karten [...]."
 



Von Peking nach Moskau
 



Von Pol zu Pol
 



Im Herzen von Asien



Transhimalaya