Otto Adler: Die mangelhafte Geschlechtsempfindung des Weibes


Otto Adler gehörte zu den "hervorragendsten Forschern auf diesem Gebiet. Sein grundlegendes Werk gehört zu den klassischen Monographien der älteren Sexualliteratur." (Magnus Hirschfeld) Adler war Sanitätsrat und Frauenarzt in Berlin, seine Arbeit erschien erstmals 1905. Christa Putz weist darauf hin, dass in dieser Zeit "der Eifer der Sexualforscher von einer größeren sozialen Problemlage angetrieben wurde. Es geht um 1900 darum, die Ehe zu `retten` oder wenigstens ihre Krise handhabbar zu machen ... Rechtliche Schlechterstellung der Frau in der Ehe, Anstieg der Scheidungsrate, Rückgang der ehelichen Geburten und Scheitern romantischer Ideale in der Praxis - das sind die Ingredenzien der Krisenstimmung". (Christa Putz, Verordnete Lust. Sexualmedizin, Psychoanalyse und die `Krise der Ehe`, 1870 - 1930 (= 1800/2000 Kulturgeschichten der Moderne, Bd. 3); Bielefeld 2011, S.16) Dabei waren die Rollen verteilt: die Frauen stritten um Rechte, die Männer suchten nach Gründen für diese Streitbarkeit. Zwei Befunde: die Natur des Weibes (zum Beispiel: Paul Julius Möbius, Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes; Halle 1903; Robby August Koßmann, Julius Weiß (Hg.), Mann und Weib. Ihre Beziehung zueinander und zum Kulturleben der Gegenwart. Volkstümlich dargestellt...; Bd. 1: Der Mann. Das Weib; Stuttgart/Berlin/Leipzig o. J) In der zweiten Auflage (1911) geht er bereits ausführlich auf die Psychoanalyse und die Sexualtheorie Freuds ein.


Adler, Otto: Die mangelhafte Geschlechtsempfindung des Weibes. Anesthesia sexualis feminarum. Anaphrodisia. Dyspareunia; Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage; Fischer's Medicinische Buchhandlung H.Kornfeld, Hof- und Kammer-Buchhandlung, Berlin, 1911. 231 Seiten; Gr.-8°, Leinen


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